Ketogene Ernährung

Von ketogener Ernährung spricht man, wenn die Kohlenhydrate extrem niedrig (10-15-maximalst 20g) angesetzt und die Fettmenge entsprechend deutlich hoch (80 % der Gesamtkalorien) ist.

So mal die ganz formelle Erklärung.

Netter ist es zu wissen, das wir bei unserer Geburt in Ketose zur Welt kommen und das auch so lange bleiben, wie wir gestillt werden.

Ist also wohl offensichtlich ein von der Natur durchaus gewünschter Zustand und die heutigen Ernährungsempfehlungen der offiziellen Organisationen gehen an diesem Umstand absolut vorbei. Teilweise wird sogar davon gesprochen: Ketogene Ernährung sei gefährlich.

Gefährlich, weil es könnte ja zur Ketoazidose kommen.

Also mal langsam. Fangen wir mal bei Ketogene Ernährung und ihrer Geschichte in Kurzform an und arbeiten uns langsam vor.

Die Ketogene Ernährung kennen wir schon seit den 20iger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Damals wurde sie zur Therapie von Epilepsie-Erkrankungen hauptsächlich bei Kindern eingesetzt. Man stellte vereinfacht gesagt fest, dass die Anfälle seltener wurden, wenn das Gehirn (dort findet bei Epilepsie ein regelrechtes Neuronengewitter statt), seine Energie aus Keton-Körpern bezieht, als aus Glucose, die zudem noch die Blut-Hirn-Schranke überwinden muss, während Ketone diese Schranke problemlos durchdringen.

Heute führt dieses Wissen dazu, dass Wissenschaftler daran forschen, wie weit man sich diesen Umstand auch zur Behandlung von Alzheimer, Demenz und Schäden nach Schlaganfällen zu Nutze machen kann.

Da Krebszellen sich ebenfalls mit Zuckerversorgung pudelwohl fühlen, führt eine ketogene Ernährung auch zu beachtlichen Erfolgen bei Krebspatienten. Durch die hohe Nährstoffzufuhr bei geringerem Nahrungsvolumen behalten sie mehr Energie. Darüber hinaus bekommen die Krebszellen durch den weitest gehenden Wegfall von Zucker (wir wissen ja inzwischen, dass alle Kohlenhydrate im Körper zu Zucker werden) kein Futter mehr für ihr Zellwachstum.

Also ich bin ja weder Wissenschaftler noch Mediziner, deshalb möchte ich es hier auch nicht zu kompliziert machen und erkläre es mal etwas vereinfacht. Wer mehr dazu wissen will, findet entsprechende Links und Buchempfehlungen in der Rubrik "Wissenswertes von A bis Z"

Jetzt wissen wir ein wenig zur Geschichte und zu den ursprünglichen Einsatzgebieten der ketogenen Ernährung.

Das sie auch positiv auf Gewichtsabnahme wirkt, verdanken wir dem Umstand, dass bei ketogener Ernährung die Ketose einsetzt und damit der Körper vom Zucker- in den Fettstoffwechsel umschaltet.

Erstmal ist das deutlich anstrengender als den leicht nutzbaren Zucker als Energiequelle zu nutzen, zum anderen befindet sich der Körper dann in einem Mangelzustand der ihn zwingt, sich zur Energiegewinnung an bestehende Fettreserven (Übergewicht) zu halten. Bei sinkendem Gewicht und Erreichen des Wohlfühlgewichtes steigt dann auch der Fettanteil in der Ernährung, weil ja weniger bis keine anzugreifenden Fettreserven mehr bestehen. Irgendwie logisch, oder?

Was passiert denn nun im Körper, wenn wir in Ketose kommen? Aus Fett und Eiweiss baut der Körper in der Leber Keton-Körper um ausreichend Energie bereit zu stellen.

Sind diese Keton-Körper im Blut, macht uns das gleichzeitig auch sehr satt. Die oben schon erwähnte Überwindung der Blut-Hirn-Schranke versorgt das Gehirn so optimal mit Energie, dass wir uns sehr viel klarer im Denken fühlen, als bei Zuckerversorgung. Sehr viele Menschen erleben das auch als sogenannten „Flow“: Die Laune wird besser, so ein Gefühl als wenn ein Nebelvorhang weg ist, setzt ein und wir fühlen uns „zum Bäume ausreißen).

Gleichzeitig wird sehr viel weniger Blutzucker produziert und entsprechend weniger Insulin ausgeschüttet um den Zucker aus dem Blut zu bekommen. Insulin im Blut blockiert jede Fettverbrennung – und wenn das seltener und weniger im Blut ist, ist es auch logisch, dass mehr Fett verbrannt werden kann. Auch die Bauchspeicheldrüse, die ja Insulin produziert, wird entlastet.

Die ist nämlich männlich und kann immer nur eine Sache: entweder Insulin produzieren und ausschütten, oder wichtige Enzyme für die Verdauung produzieren, durch die unsere Zellen besser versorgt sind. Essen wir also viele Kohlenhydrate und Zucker, hat die Bauchspeicheldrüse keine Kapazitäten mehr frei, um die wichtigen Enzyme zu produzieren. Folge: mögliche Darmprobleme, geringere Aufnahme von wichtigen Nährstoffen und blockierte Fettverbrennung durch das Insulin.

Es gibt nun 3 Sorten von Keton-Körpern. 

Einfach fix zum merken:

Aceto-Acetat wird über den Urin ausgeschieden und die Mess-Streifen dazu zeigen an, dass Keton-Körper ausgeschieden werden. Das sind in der Regel die ungenutzten oder überschüssigen. Diese Messung ist nicht ganz verlässlich weil es viele äußere Faktoren (viel, wenig getrunken – viel zusätzliches MCT-Öl zugeführt – usw.) gibt, die den Wert beeinflussen. Zudem werden im Laufe der Zeit immer weniger ausgeschieden, weil der Körper ja besser lernt, sie zu nutzen.

Aceton – wird über die Lunge abgeatmet. Das bedeutet auch, dass sich hier die verbrauchten Ketone zeigen. Das kann man inzwischen mit einem Atem-Messgerät messen (Ketonix – siehe Empfehlungsliste). Dieses Aceton sorgt übrigens auch für einen mehr oder weniger starken Mundgeruch, der sich bei Ketose bildet. Zumindest der Mundgeruch sinkt aber auch mit der Dauer der Ketose.

Übrigens: geratet ihr in Ketose in eine Alkohol-Kontrolle der Polizei, habt nichts getrunken und deren Gerät zeigt etwas an, dann müßt ihr auf Blutkontrolle bestehen. Das Messgerät der Polizei zeigt nämlich dann eure Ketose und keinen Alkohol an 🙂

Und es gibt noch das ßbeta-Hydroxybutyrat, welches im Blut die sicherste Messung darstellt. Hier zeigt sich die Tiefe der Ketose die zwischen 0,5 und 3.0 (selten auch höher) liegt. Um zu messen, gibt es Messgeräte (Glucomen LX und Freestyle). Die Mess-Streifen sind relativ teuer, sodass eine Messung hier um die 3,00 bis 4,00 Euro kostet. Für die Messung selbst, muss man sich ähnlich wie bei Blutzucker-Kontrolle in den Finger pieksen (autsch) und einen kleinen Blutstropfen an den Streifen halten.

Und da sind wir dann bei der so gefährlichen Ketoazidose angekommen.

Bei unserer oben beschriebenen Ketose handelt es sich um die sogenannte „nahrungsinduzierte Ketose“ und die erreicht Werte zwischen 0,5 bis maximal 7,0.

Bei der toxischen Ketoazidose handelt es sich um eine Stoffwechselentgleisung die nur bei Diabetes Typ I – Patienten auftreten kann und dann Werte weit über 10 bis 20 mmol/l erreicht.

Fazit: keine Angst vor Ketose – wenn ihr keinen Diabetes Typ I habt, werdet Ihr auch keine Ketoazidose bekommen.

Ketose ist ein effektives Werkzeug um Gewicht zu verlieren. Trotzdem ist sie keine Diät und noch weniger eine „Abnehm- oder Trend-Diät“. Sie kann dagegen auch ein kraftvolles therapeutisches Werkzeug bei der Behandlung von vielen schweren Erkrankungen sein – und allgemein über die gute Zellversorgung eine ganze Reihe von Befindlichkeits-Störungen verbessern bis beseitigen.

Eine Anmerkung dazu: Ketogene Ernährung kann ein guter Start in eine Optimum-Ernährung oder zur Verbesserung von Erkrankungen sein. Allerdings besteht für einen gesunden Menschen kein zwingender Grund, in Dauerketose zu leben. Ziel ist eher eine metabolische Flexibilität zu erreichen, also die Fähigkeit des Körpers zwischen Fett- und Zuckerstoffwechsel umschalten zu können. Denn das ist der eigentliche Ursprungszustand des Menschen und somit artgerecht. 

Üblicherweise besteht die rein ketogene Ernährung aus:

80 % Fett

15 % Eiweiss und

5 % Kohlenhydraten

Warum aber nun ein gezuckertes Rührei in Rapsöl gebraten keine gute Wahl ist, obwohl die Nährwerte stimmen, und wie eine gut formulierte ketogene Ernährungsweise aussehen und schmecken kann, erfährst Du in den vertiefenden Artikeln.


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