Paleo

Um das mal gleich vorweg zu nehmen , wenn wir heute von Paleo-Ernährung sprechen, dann hat das nichts mit einer 1:1 Nachahmung der Steinzeit zu tun.

Wer wollte schon im Lendenschurz durch die Fußgängerzone laufen oder seine Mahlzeit auf einem Lagerfeuer zubereiten? Auch begegnet uns heute Stress nicht mehr in Form eines Säbelzahntigers der plötzlich vor uns steht, da gibt es ganz andere Faktoren die uns stressen.

Aber die Körperreaktion ist heute noch die gleiche wie bei unseren Vorfahren in der Steinzeit wenn der Säbelzahntiger plötzlich vor einem stand. Die Entscheidung Kampf oder Flucht und die Überlebenskraft die dann notwendig war, liegt in unseren Genen und die haben sich in den letzten 10.000 Jahren nicht wesentlich geändert.

Dafür hat sich aber sehr viel an unserer Ernährung geändert und das nicht unbedingt zu unserem Besten.
Nachweislich wurde vor ungefähr 6.500 Jahren das erste Brot gebacken.​

Als sich etwa vor 10.000 Jahren die Erde anfing etwas langsamer zu drehen, wurde es wärmer. Durch diese Klimaveränderungen wuchsen neue Pflanzen und der Mensch fing an Süßgräser zu verzehren. Zudem folgte bald darauf der Übergang zur Sesshaftigkeit durch Ackerbau und Viehzucht.
Schon damals blieb das nicht ohne Folgen. Krankheiten wie Karies, Mangelernährung und kleinere Zähne sind damalige Folgen gewesen. Heute weiß man, dass z.B. Ramses II. schwere Kariesprobleme hatte und interessanterweise bestand die Ernährung der Ägypter u.a. aus sehr viel Getreide.

Aber wir haben hier ja jetzt nicht Geschichtsstunde. Es geht einfach darum sich klar zu machen, dass wir bzw. unsere Vorfahren über 100.000de von Jahren Jäger und Sammler waren. Diese genetische Programmierung steckt immer noch in uns, während es Ackerbau und Viehzucht erst seit verhältnismäßig sehr kurzer Zeit gibt. Evolutionäre Anpassungen erfolgen aber sehr langsam und über sehr große Zeiträume, sodass wir bis heute noch lange nicht an die heutige Ernährung angepaßt sind. Mit allen negativen Folgen, die das mit sich bringt.

Wir betanken unser Auto mit dem richtigen Kraftstoff und schauen für unsere lieben Vierbeiner möglichst auf gutes und richtiges Futter, was ihrer Art entspricht, also artgerecht.

Nur bei uns selbst handeln wir völlig anders.

Ich habe mal die Definition gehört, die mir sehr gut gefiel und die ich für mich übernommen habe: gengerecht und genussorientiert.

Gengerecht oder artgerecht bedeutet, dass wir uns an der Ernährung unserer Vorfahren orientieren und die bestand aus:

  • Eiern, Fisch und Fleisch als wichtigste Proteinquellen und als Fettlieferanten
  • Viel Gemüse und saisonale Früchten
  • Nüssen

Und so finden sich in der Paleo-Ernährungpyramide in der unteren fundamentalen Basis:

Fleisch, Fisch, Eier, gute Fette, Gemüse und wenig Früchte

Nüsse, roher Honig 

Naschereien wie z.Bsp. dunkle Shokolade sowie Kräuter und Gewürze folgen in der nächsten Stufe.

Milchprodukte zählen nicht unbedingt zu einer Paleo-Ernährung. Sind sie fest eingebunden, handelt es sich um die Primal-Variante von Paleo.
Für Milchprodukte gilt aber bei Paleo bzw. Primal dass es sich um Rohmilchprodukte handeln sollte, denn nur die haben noch gute Inhaltstoffe.
Da es heute aber enorm schwierig ist, Rohmilch zu bekommen, finden sich in den meisten Darstellungen der Paleo-Pyramide gar keine Milchprodukte.

Dank guter Alternativen wie Nussmilch oder Kokosmilch ist das aber auch nicht wirklich ein Problem.

Ursprüngliche Ernährung nach Paleo bedeutet aber eben auch, dass die Lebensmittel noch Lebensmittel sind und nicht industriell zu relativ wertlosen Nahrungsmitteln gemacht werden.
Ulrich Grimm hat ganze Bücher darüber geschrieben, wie durch bestimmte Zusatzstoffe Lebensmittel so manipuliert werden, dass die Industrie davon profitiert.
Warum reichen nicht eine Handvoll Chips? Warum reicht nicht ein Riegel Schokolade. Warum haben wir kurz nach dem Essen von Industrienahrung wieder Appetit, den wir dann für Hunger halten, auf genau wieder diese Industrienahrung?
Es hieß einmal, dass Tierfutterhersteller mit bestimmten Zusätzen erreichen, dass Hunde und Katzen mitunter nur noch das Futter dieser Firma fressen, wenn sie zwischendurch nichts anderes bekommen haben. So ähnlich funktioniert das auch bei uns Menschen.

Außerdem wirken sich auch ohne solche direkten Manipulationen viele der Zusatzstoffe und Zusätze auf unser Hormonsystem aus. Und das ist sehr empfindlich und reagiert mit vielen ungewünschten Auswirkungen. Unkontrollierte Gewichtszunahme ist nur eine davon.
Halten wir also fest: Paleo Ernährung ist getreidefrei und so naturbelassen wie möglich.

Gibt auch ein neues Trendwort dafür: clean eating – also sauber essen. Paleo ist damit aber keine Trend-Ernährung, sondern ermöglicht genau wie LCHF mit Leichtigkeit gesund und schlank sowie zudem satt durch den Tag und das Leben zu gehen. Mit Diät im üblichen Sinne hat das also nichts zu tun. Eher mit der Ursprungsdefinition von Diät als gesunde Lebensführung.

Ein gravierender Unterschied zwischen LCHF und Low Carb ist aber  auch, dass Paleo nicht zwingend LowCarb ist.

Eine Paleo Ernährung wird immer noch deutlich weniger Kohlenhydrate enthalten, als das die meisten der herkömmlichen Ernährungsempfehlungen u.a. der DGE aber auch LowFat Diäten vorgeben.
Durch sparsame Verwendung von Honig, Dattel- oder Ahornsirup, sowie auch stärkehaltigen Gemüsesorten und höherem Obstanteil kann aber der Kohlenhydratanteil auch gut zwischen 100 und 150 g liegen, was definitiv nicht mehr zu LowCarb zählt.
Aber auch bei einer nicht LowCarb Paleo Ernährung erleben viele Menschen bereits sehr gute gesundheitliche Verbesserungen und Gewichtsabnahmen. Einfach weil schädliche Zusätze wegfallen, bewußter ausgewählt wird und mehr gute Nährstoffe gegessen werden.
Persönlich halte ich eine Kombination von Paleo mit LowCarb für eine geniale Kombination die sich auch in einer Optimal-Ernährung wie dem Optimax-Programm wiederfindet.

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