Der Hashimoto-Schub Tagebuch Teil 2


Ein Hashimoto-Schub 

ist keine Katastrophe!







Was bedeutet ein Hashimoto-Schub? 

Für mich fühlt sich ein Schub etwa so ähnlich an, wie ich mich bei der Diagnose gefühlt habe. Wenn ich ehrlich bin, allerdings nicht so schlimm. Das gilt aber nicht für jeden von uns, so ein Hashimoto-Schub kann mehr oder weniger heftig ausfallen. 

Hashimoto

Bei einem Schub liegt eine Verstärkung der an sich, chronischen Entzündung der Schilddrüse vor. Dabei wird die Autoimmunreaktion des Körpers wieder aktiv, und zerstört Schilddrüsen-Gewebe.

Diese Zerstörung führt zu einer schlagartigen Freisetzung von Schild-drüsenhormonen. Die Hormonflut führt dann zu mehr oder weniger starken, unangenehmen Begleiterscheinungen.

Wie wir sehen, liegt eine Entzündung vor und daraus folgt ganz natürlich, dass es darum gehen muss, Entzündungen als Ursache anzugehen. 

Meine Symptome des aktuellen Schubs 


Meinen aktuellen Schub habe ich auch zunächst nicht gleich erkannt, denn der Japaner kann sich ganz gut tarnen. Zuerst war ich deutlich gereizter und meine Gesamt-Stimmung war eher etwas melancholisch, wenn auch noch nicht depressiv. Jedenfalls sah ich mehr Schwarz als Weiß oder Bunt. Das dass ein erstes Zeichen war, ist mir aber erst später klar geworden. 


Als nächstes bekam ich starke Muskelschmerzen in den Oberschenkeln. Etwa so als wäre ich 3 mal den Eifelturm rauf und runter gestiegen, obwohl ich gerade keinen Sport gemacht hatte. Ich kam aber immer noch nicht auf die Idee, dass da der Japaner anklopft. Warum? Weil ich bis dato noch nie Muskelschmerzen im Zusammenhang mit meiner Hashimoto-Erkrankung hatte.

Wichtiges Learning daraus: 

Daraus folgt auch: das sich Symptome zeigen können, die uns bis dahin noch nicht begegnet sind. 


Die Erkenntnis, dass ein Schub vorliegt folgte aber direkt nach. Ich hatte plötzlich ein Gefühl als hätte ich nen bayrischen Riesenknödel verschluckt. Der Hals war wie zugeschnürt, etwa so ähnlich, wie wenn uns eine Tablette quer den Hals runter geht. Dazu ging von diesem Kloß ein Schmerz bis in den oberen Brustkorb aus.  

Und da war mir klar: Schlechte Stimmung - Muskelschmerz und jetzt dieses eingeschnürte Gefühl im Halsbereich: Das ist ein Hashimoto-Schub. 

Ursachen-Suche und mögliche Ursachen für einen Hashimoto-Schub

2 Gedanken schossen mir durch den Kopf. Der erste war: Oh Gott, ich habe wieder einen Schub, jetzt geht die Welt unter, denn ich war doch schon fast 2 Jahre in Remission. Der Zweite war: Stopp - überlege dir was den jetzt ausgelöst haben kann, dann kannst du auch was dagegen tun. (Kenne Deine Feinde) 


Weil ich mich seit 4 Jahren Getreide,- und Sojafrei - ohne Zucker - und nach Paleo ernähre, schied Gluten und Soja als Befeuerer von Entzündungen aus.


Ich mußte trotzdem nicht lange suchen.


Stress
Hashimoto-Schub - Ursache

Wider besseren Wissens hatte ich in den letzten Monaten diese beiden wichtigen Faktoren nicht im Auge gehabt. Mein Wunsch möglichst viele wertvolle Inhalte hier bereit zu stellen, hatte mich da mit mir selbst nicht so achtsam umgehen lassen, wie ich es meinen Kunden und Lesern immer ans Herz lege. 

Kennen wir ja, der Schuster hat die schlechtesten Schuhe. 🙂 


In meinem Fall kann ich sagen: ich habe den Hashimoto-Schub zumindest selbst begünstigt. Aber: 

Wenn Sie einen Schub haben, dann bedeutet das nicht, dass Sie irgend etwas falsch gemacht haben oder "Schuld an Ihrem Schub" tragen.


Hashimoto ist ein sehr launischer Japaner und selbst in Remission besteht immer die Möglichkeit, dass es auch über eine neuerliche Entzündung zu einem Schub kommen kann. Es gibt da keine "Schuldfrage" und kein Grund für Selbstvorwürfe. Es kann jeden von uns, jederzeit und aus den verschiedensten Gründen "erwischen". 

Reagieren je nach Ursache 

Natürlich begeben wir uns auf die Suche nach möglichen Ursachen. Stress ist eine davon und nicht immer ist Stress vermeidbar. Es gilt als erwiesen, dass sowohl das Auftreten von Hashimoto, wie auch ein Schub häufig bei belastenden Lebenssituationen zusammen hängt. Dazu zählen z.B. Job-Verlust, Todesfälle in der Familie, Trennungen, Ortswechsel usw. 


Hormonelle Veränderungen wie Beginn der Menstruation bei jungen Mädchen, Beginn der Wechseljahre, Schwangerschaften gelten ebenfalls als Auslöser für eine disponierte Hashimoto-Erkrankung. Liegt diese Erkrankung vor, können sie aber auch Auslöser für Schübe werden. 

Ernährungsbedingte Gründe können durch Milchprodukte, Gluten und Soja, Nachtschattengewächse vorliegen. Gerade bei Gluten und Soja kann es leicht passieren, dass wir diese sogar unbeabsichtigt aufgenommen haben. Sind Sie dann besonders sensitiv dafür, reagiert Ihr Körper.


Zu unbeabsichtigter Aufnahme kann es kommen, wenn z.B. Kaffee oder Nussmehle bei der Produktion mit den Stoffen kontaminiert wurden. Umso wichtiger ist es für uns Betroffene sehr gut auf beste Quellen und Bio-Herkunft zu achten.


Dabei ist als Beispiel, die Wahrscheinlichkeit einer Kontaminierung bei laborgeprüftem Kaffee um ein vielfaches niedriger als bei Discounter- oder Kapselkaffee.  

Einfache Sofort-Maßnahmen

Tritt ein Hashimoto-Schub auf, gibt es unabhängig von dessen Schwere ein paar Sofort-Maßnahmen, die helfen. Bei einem schweren Schub, werden diese Maßnahmen nur eine leichte Verbesserung herbei führen können. Es kann dann erforderlich sein, dass Sie Ihren hoffentlich Hashimoto-erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen. Und die Sofortmaßnahmen flankierend dazu nutzen. 

Sinnvole Maßnahmen sind:


  • Nährstoff-Zufuhr überprüfen. Wir brauchen als Betroffene deutlich mehr
      Nährstoffe. Häufig liegen Mangelerscheinungen vor bei: Serotonin, Vit. D 3
      Selen, Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Vitamin A, B - insbesondere B5, B6, B12 -
      Vitamin E 
  • Auch wenn inzwischen bekannt ist, dass auch Hashimoto-Betroffene Jod benötigen, 
      sollten wir bei einem Schub zum einen kein zusätzliches Jod (Algen, Kelp, Iodoral) 
  • Entzündungshemmer wie Curcuma (wichtig: es sollte immer Piperine mit
      enthalten sein), MSM oder Sulforafam helfen uns, Entzündungen zu
      bekämpfen. Die goldene Milch aus Curcuma mit Mandel- oder Kokosmilch,
      wirkt nicht nur entspannend, sondern unterstützt eine gute Leberentgiftung
  • Es ist hilfreich bei einem Schub ein Detox-Programm durchzuführen und
      sich zunächst an einer entzündungshemmenden Diät, oder orientiert am
      Autoimmunprotokoll zu ernähren.

      Auf jeden Fall sollten Sie, sofern Sie  nicht ohnehin Getreidefrei leben, auf
      jegliches Getreide, Soja und Milchprodukte verzichten. Auch empfiehlt es sich,
      während eines Schubs, auf Nachtschattengewächse wie Tomaten, Paprika,
      Auberginen, Kartoffeln (Süßkartoffeln gehören einer anderen botanischen Familie
      an und sind keine Nachtschattengewächse) verzichten. All diese Lebensmittel
      stehen im Verdacht Entzündungen zu fördern. 
      Bevorzugen Sie fermentierte Lebensmittel wie z.B. Sauerkraut oder z.B. Kimchi.
  • So gut wie möglich sollten Sie für Entspannung und Ruhe sorgen. Wenn 
      sie wie ich, dazu neigen immer Vollgas zu geben, denken Sie daran, dass
      Sie auch mit 50 km/h statt ständig 160 ans Ziel kommen. Als Nachteule
      sollten Sie versuchen, früher zu Bett zu gehen - und als Frühaufsteher, so irgend
      möglich etwas später aufzustehen. Versuchen Sie mehr Schlafzeit
      einzubauen und auf wenigstens 7 Stunden Schlaf zu kommen. 
  • Kaffeegenuss reduzieren ( maximal 1-2 Tassen am Tag - wer kann lässt ihn ganz weg)  
  • Kalte Dusche nutzen. Ich weiß, dass ist eine Überwindung. Aber mit einer
      kalten Dusche setzen wir die sogenannte "Kalte Thermogenese" in unserem Körper
      in Gang. Und diese aktiviert die Arbeit der Schilddrüse. Halten Sie dabei den kalten
      Wasserstrahl so lange wie möglich direkt auf den Halsbereich der Schilddrüse.


Beobachtungen während der ersten 2 Wochen mit meinem Hashimoto-Schub

Ich habe mich um mehr Schlaf bemüht und darum, meine Tagesaufgaben zu reduzieren um weniger Stress auszulösen. 

Außerdem habe ich meine Körpertemperatur beobachtet, da auch Sie ein Aussage-Instrument in Bezug auf die Schwere einer Unterfunktion, sowie bezüglich einer Belastung der Nebennieren ist. Dabei ist eine Körpertemperatur von unter 36 Grad ein relativ sicheres Zeichen für die Unterfunktion. Je niedriger die Temperatur ist, desto stärker sind auch die Nebennieren belastet. 

Ich messe morgens, noch im Bett vor dem Aufstehen und danach im Abstand von ca. 3 Stunden - bzw. mindestens mit einem Abstand von 2 Stunden zu einer Mahlzeit (Essen beeinflusst die Temperatur). Aus den Messergebnissen ergibt sich eine Tagesdurchschnitts-Temperatur. 

Zu Beginn des Schubs hatte ich früh morgens eine Temperatur von 35,3 Grad und im Tagesdurchschnitt kam ich auf 36,3 Grad. Bis zu dem Schub hatte ich immer ein über den anderen Tag kalt geduscht. Das habe ich dann geändert und die kalte Dusche jeden Morgen durchgeführt. Zusammen mit dem Verzicht auf jegliche Milchprodukte, weglassen von Jodhaltigen Lebensmitteln und Nachtschattengewächsen, sowie mehr Schlaf konnte ich die Ergebnisse feststellen. 

Meine Aufwachtemperatur liegt nun über 36 Grad - bei meist 36,3 - 36,5 und im Tagesverlauf steigt sie auf einen Durchschnittswert von 36,8 Grad. Für mich ist das eine kleine Entwarnung in Bezug auf die Nebennieren Belastung. Außerdem gehe ich auch davon aus, dass meine Unterfunktion sich etwas verbessert hat. 

Fazit: Die Maßnahmen scheinen zu greifen

denn, ich fühle mich auch entsprechend gut. Ich bin weder übermäßig müde, noch gereizt und schlafe auch recht gut. Anfängliche Wassereinlagerungen (etwas enge Schuhe und eng sitzende Ringe) sind wieder verschwunden. Ebenso das Klos-Gefühl im Hals und die Muskelschmerzen. 


Natürlich ist der Schub damit noch nicht überwunden. Ich werde diese Maßnahmen weiter führen, bis ich im Mai eine erneute Blutwerte-Bestimmung habe. Wir haben ja leider nicht die Möglichkeit, jede Woche unsere Werte bestimmen zu lassen, um genaue Rückschlüsse ziehen zu können. 

Was hätte ich getan, wenn es nicht besser geworden wäre? Dann hätte ich wohl ein Darm-Sanierungsprogramm und eine Cortisol-Bestimmung über den Speicheltest in Angriff genommen, um sehen zu können, wie stark möglicherweise die Nebennieren angegriffen sind.


Momentan beschäftige ich mich auch mit einem weiteren Hilfsmittel: Der Schilddrüsen-Massage nach Dr. Rieger. Dazu demnächst mehr, gespickt mit meinen ersten Erfahrungen mit diesem Tool. 


Fortsetzung folgt .... 

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