Du wirst nicht abnehmen! … wenn Du Dich blockierst

Ja – der Titel klingt einerseits provokant und frustrierend, aber der zweite Teil im Titel zeigt uns auch einen möglichen Weg. 
Und was es mit dem Bild auf sich hat, erfährst Du jetzt hier. 

Also wieder einmal, es gibt weder schwarz-weiß, noch den heiligen Gral zum abnehmen, auch wenn uns dass gewisse Medien immer wieder erzählen wollen.

Aber es gibt jede Menge Gründe warum wir unser Ziel nicht erreichen, wieso sich bestenfalls nichts oder, schlimmer noch, gegenteilig bewegt. Dabei sind wir überzeugt, alles richtig zu machen. Meistens stimmt das sogar. 

Eine kleine Geschichte dazu von mir:

Als Jugendliche hörte ich oft von meinem Vater den Satz: „Der Wind bläst rote Wangen, aber keinen dicken Hintern“. Das war meist, wenn mein Gewicht anstieg und ich doch eigentlich auf „Diät“ war.

Nun, er hatte ja Recht, denn ich habe geschummelt. Ich war offiziell auf Diät, weil meine Mutter immer meinte, ich sei zu dick und ich so eigentlich „verpflichtet war Diät zu machen“. Sie hatte mich damals mit 14 Jahren zu einer bekannten amerikanischen Gruppendiät angemeldet.

Hier liegt übrigens eine erste Krux: Ich sollte abnehmen, weil jemand Anderes es so wollte. 

Naja,ein bisschen wollte ich ja auch Diät machen, weil ich dann bestimmt auch endlich einen Freund finden würde, wie meine Freundinnen.


Nächste Krux: Der Fehler zu glauben, dass alles nur mit dem Gewicht zusammenhängt und sich ALLES, auch in anderen Lebensbereichen schlagartig ändert, wenn wir nur schlank genug sind.


Solange das Abnehmen klappte, machte ich auch Diät, aber bei Stillstand bin ich umgefallen und habe dann geschummelt. Also hatte mein Vater Recht.
Nebenbei bemerkt bin ich auch deshalb so leicht umgefallen, weil eben Krux 1 und Krux 2 sich voll entfalten konnten.

Zusätzlich ist aber durch den Spruch meines Vaters und meinem „Versagen“ auch ein fataler Glaubenssatz entstanden: „Wenn mein Gewicht nicht stimmt, dann mache oder esse ich falsch, denn sonst würde ich ja abnehmen – oder später auch das Gewicht halten usw.

Ist trotzdem Zunahme da, dann esse ich zu viel. (der Satz könnte weiter gehen: denn ich weiß ja von früher, dass ich dann immer geschummelt habe, also muss jetzt, ohne schummeln etwas falsch sein)

Na super. So kam ich zu einer tollen Jojo-Karriere. Ganz hinten im Kopf, oder tief in mir drinnen, ist der Glaubenssatz aber geblieben. Ich habe gelernt und am eigenen Körper erfahren, dass man essen muss, wenn man abnehmen will. Der fiese innere Kritiker in mir, hat aber hartnäckig auf diesem Glaubenssatz bestanden.

Grund 1 für eine Blockade beim abnehmen können solche oder ähnliche Glaubenssätze sein. 
Und 1a – als Fortsetzung:
wir sollten nicht die Psyche in uns unterschätzen und wissen, wieviel Einfluss sie auf uns, und ja auch auf unser Gewicht nimmt.

Der nächste Punkt ist unser Selbstbild und eine mögliche totale Verkrampfung, also falsche Fokussierung auf nur auf das Abnehmen.

Kürzlich hab ich eine Gruppe gesehen, da stand: Abnehmen, egal wie.

Mmh, heißt das jetzt, jeder ist willkommen, egal welcher Ernährungsform er folgt? Oder heißt es: Hauptsache abnehmen, auch wenn der Preis dafür die Gesundheit, ein zerschossener Stoffwechsel oder ein ruiniertes Hormonsystem ist?

Ja – wenn ich viele Menschen so höre und lese, fürchte ich, dass mehr die zweite Möglichkeit besteht, als die Erste.

Doch warum? Warum sind Menschen bereit ihre Gesundheit für ein paar Kilos zu riskieren?

Na vielleicht weil sie, wie ich früher auch vor dem Spiegel stehen und sich anblaffen, dass sie zu dick sind, mies aussehen weil sie zu dick sind. Das es kein Wunder ist, dass sie auf Partnersuche sind, sie keinen Job finden, immer ausgenutzt werden usw. Und natürlich alles nur, weil sie zu dick sind.
Und glaubt mir, ich kann sehr fies zu mir sein und was ich mir dann alles so an den Kopf geworfen habe, wollt ihr nicht wirklich wissen.


Genau das ist aber auch Teil des Problems.

Unser Unterbewusstsein hält alles für wahr, was wir ihm sagen und versucht es dann auch zu erreichen. Wenn wir also ständig behaupten, dass wir zu dick sind, dann bemüht es sich, das wir es sind oder bleiben. Wenn wir uns dazu dann auch sagen, dass wir keine Freunde finden, weil wir zu dick sind, erfüllt das Unterbewusstsein auch das, indem es dafür sorgt, dass wir auf andere wenig anziehend wirken. Wer mag schon ständig einen Griesgram und Nörgler mit herunter gezogenen Mundwinkeln in seinem Umfeld?

Ich bin kein Esoteriker und meist mehr Kopf als Bauchmensch. Wohl deshalb habe ich selbst vieles von dem früher als Blödsinn abgetan, von dem ich heute weiß, dass es hilft, wenn man offen für diese Dinge ist. Vieles davon sind nämlich Naturgesetze. Mir hat dabei sogar mein Kopf geholfen, indem ich mir sagte: Probier es doch aus. Entweder du beweist damit, dass es Blödsinn ist, oder es funktioniert. Du gewinnst also in jedem Fall.

Ein weiteres Beispiel für Erfolg, wenn wir nicht zu verkrampft oder nur auf eine Sache zwanghaft fokussiert sind, habe ich hier für Euch:

Als zwei kleine Baby-Katzen bei uns eingezogen sind, war soviel Trubel im Haus, dass gar kein Platz für Gedanken an Gewicht, Essen tracken usw. da war. Dafür habe ich in kurzer Zeit soviel zu lachen gehabt, wie vorher im ganzen Jahr nicht, wenn die beiden ihre Kapriolen veranstaltet haben.

Mangels Zeit habe ich auch nicht jeden Bissen gezählt, sondern einfach nur so weiter gegessen wie zuvor auch, was für mich LowCarb in der Paleo-Variante mit gesunden Fetten bedeutet. Das ist eh zur Selbstverständlichkeit für mich geworden.

Plumps – 2 kg weg.

Ja, nach 3 Wochen bin ich auf die Waage, nachdem eine Hose nicht mehr so klemmte. Zuvor hatte ich gekämpft um auch nur bloß nicht 1 g zuzunehmen, und jetzt waren 2 kg weg?

Was aber viel wichtiger war, ich fühlte mich viel besser. Viel entspannter und deutlich weniger gestresst als bei ständiger Essenskontrolle.

Mir hat das gezeigt, dass das Fokussieren auf das Gewicht sowie der Stress, der damit zusammenhängt wichtige Faktoren sind, wenn Abnehmen nicht funktioniert.

Ja ich habe soeben geschrieben, „ich habe um jedes Gramm gekämpft“. Das ist auch eine wichtige Aussage: Kampf – und so ein Kampf kostet Kraft, Zufriedenheit und letztlich enthält es auch den Kampf gegen uns selbst. Dabei wollten wir doch eigentlich nett zu uns sein, und nicht uns selbst bekämpfen.

Jetzt wissen wir neben Grund 1 auch noch:

Der 2. Grund für eine Blockade beim abnehmen kann zu viel selbstgemachter Stress sein, den wir uns selbst durch zu starken Fokus auf nur dieses Thema verursachen. 

Und der 3. Grund für eine solche Blockade kann auch unser Umgang mit uns selbst sein, indem wir uns unbewußt auf die Erfüllung dessen programmieren, was wir nicht bzw. auf keinen Fall wollen. 

Wir unterschätzen oft die Themen Achtsamkeit und Selbstliebe in unserem Leben und bemerken nicht, welche Auswirkungen das für uns hat.

Wenn wir achtsam mit uns umgehen, sind wir aufmerksam auf und mit uns selbst. Wir spüren dann, ob wir satt sind oder Hunger haben. Wenn wir achtsam essen, dann schmecken wir alles viel intensiver und können guten natürlichen Geschmack besser genießen. Genauso schmecken wir auch, wie übersüß ein Nahrungsmittel schmeckt oder wir schmecken, dass schlechte Fette enthalten sind, weil der Geschmack einfach nicht gut ist. Das bemerken wir aber nicht, wenn wir achtlos und nebenbei etwas in uns stopfen, weil grad vermeintlich die Zeit dafür fehlt, achtsam zu sein.

Seit mir diese Dinge selbst so bewusst geworden sind, habe ich auch mein Coaching um diese wichtigen Punkte erweitert. Es ist viel Wahres an dem Spruch: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.

Unsere Seele braucht auch Futter. Dieses Futter ist in erster Linie, dass wir selbst nett zu uns sind und gut mit uns umgehen. Wenn wir selbst glauben, dass wir uns das nicht wert sind, wie soll dann jemand anderes glauben, dass wir es sind?

Wenn Du dir nun nicht unbedingt Katzenbabys zulegen willst, um etwas zu lachen zu haben, kannst du vielleicht meinen kleinen Trick anwenden. Den habe ich kurz vor der Ankunft der Beiden ausprobiert:

Klebe dir entweder einen Post-It an den Spiegel und male ein Smiley darauf zusammen mit der Frage: Heute schon gelacht ? – oder schreib das alternativ mit nem Lippenstift auf den Spiegel.

Für Dein Handy oder Computerbildschirm kannst Du so ein Foto wie das von diesem Artikel, als Hintergrundbild oder im Sperrbildschirm verwenden. Wenn es dir gefällt, speichere es Dir gern ab.

Es gibt natürlich immer viele Gründe, warum etwas grad nicht so läuft wie es soll.

Vielleicht ist dein Körper gerade mit einer versteckten Entzündung beschäftigt, die er bekämpft. Dann ist Fettverbrennung gerade mal unwichtig für ihn.

Vielleicht bekommt er gerade tatsächlich Lebensmittel, die sich bei dem Ziel abzunehmen, gegenseitig behindern. Wir wissen ja, dass auch gute Kohlenhydrate aus Gemüse zu Zucker umgewandelt werden und damit die Ausschüttung von Insulin bewirken. Insulin aber behindert die Fettverbrennung und die Produktion von Insulin hindert die Bauchspeicheldrüse daran, wichtige Verdauungsenzyme zu bilden. Deshalb sollten wir nicht auf Gemüse verzichten, aber die Pausen zwischen den Mahlzeiten so groß lassen, damit jeder Vorgang in unserem Körper und jedes Organ genug Zeit hat, seine Arbeit zu verrichten. 

Zum Teil hängt das auch mit dem sogenannten Circadianen Rhythmus zusammen – grundsätzlich der Schlaf-Wach-Rhytmus der aber über viele Funktionen auch Einfluss darauf hat, wann welche Nährstoffe im Körper am besten ihre Wirkung entfalten. Das wird schon bald ebenfalls ein interessanter Artikel hier.

Weitere körperliche Gründe können eine etwas gestörte Darmflora oder Hormonschwankungen, sogenannte Dysbalancen sein. Allein wie stark, die Darmgesundheit auch Einfluss auf unser Gewicht nimmt, kannst Du hier nochmals nachlesen.

Um die Gründe heraus zu finden, warum wir unser Ziel gerade nicht erreichen, hilft oft das Ausschlussprinzip.
Auszuprobieren ob die ein oder andere Maßnahme für uns positiv wirkt. Das muss dann nicht zwingend die Abnahme sein, sondern so ein Maßnahme-Erfolg-Prinzip kann auch darin bestehen, festzustellen, dass wir vielleicht nicht abnehmen aber z.B. besser schlafen und ausgeruhter sind. Zum einen hilft das langfristig auch bei unserem Gewichtsziel, zum anderen bewirkt es aber, dass wir uns insgesamt besser fühlen.

Wichtig ist für alles was wir tun, egal ob es sich nun um unsere Ernährung, mehr Bewegung oder auch jenseits von dem allen, um etwas Neues im Job, in der Familie, in unseren Gedanken handelt:

Wir brauchen Geduld und sollten allem Neuen immer wenigstens 21 Tage Zeit geben, um zu wirken. Eine neue Gewohnheit oder ein neues Ritual, wie z.B. eine andere Morgenroutine, braucht 21 Tage um zu einer neuen festen Gewohnheit zu werden.

Halten wir also fest: wir brauchen Geduld – Geduld braucht Achtsamkeit – Achtsamkeit braucht Selbstliebe, und dann kommt auch der Erfolg und schließt den Kreis.

Wenn Du meinen, zur Zeit noch kostenlosen Kompakt-Kurs zur Bestform noch nicht kennst, lege ich Dir diesen Kurs besonders ans Herz. Darin ist z.B. ein ganzes Modul dem Thema Achtsamkeit und Selbstliebe gewidmet. Hier kannst Du dich dafür kostenlos anmelden und auch gleich damit starten.

Ich schaue jetzt mal, dass ich noch mehr Information zum Thema Circadianer Rhythmus und damit das Timing von Nährstoffen sammle und auswerte, um dieses spannende Thema bald mit Euch teilen zu können. 

Und Euch wünsche ich, dass Ihr gut und geduldig mit Euch seid. Rom ist auch nicht an einem Tag entstanden.

Zum Schluß mit einem Augenzwinkern die wichtige Frage:


Heute schon gelacht?

Foto: lachende Sonne © Elena Hölzer by Fotolia


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